Klein H. ist da! 😃❤️🐥

Vorletzten Sonntag vormittag wurde unser Sohn H. geboren. Ihm geht es gut und seine Mutter ist an vielerlei Erfahrungen reicher. 

Vorletzte Woche Freitag war ich nochmal wegen einem Fehlalarm im Klinikum. Ich hatte schmerzende Wehen und der Muttermund war bereits auf zwei Zentimeter geöffnet, aber die Ärztin meinte, könnte heute kommen, morgen, kann auch noch länger dauern.  Also haben mein Mann und ich uns einen schönen Freitag gemacht. 

Die Nacht von Samstag auf Sonntag wollte ich nochmal in Ruhe schlafen, bevor mein Sohn kommt. Um 11 Uhr hatte ich wieder einen harten Bauch. Um 1:30 tat dieser weh, aber war alles aushaltbar. ich wollte erst ins Klinikum, wenn ich vor Schmerzen kaum noch sprechen konnte. Um 2:30 Uhr hatte ich einen Blasensprung. Es war auf einmal feucht im Höschen und ich bin nur aufgesprungen und ins Bad. Einigermaßen abgetrocknet, habe ich Xav geweckt und bin mit einem RTW ins Klinikum. Das mit dem Blasensprung blieb die ganze Zeit unangenehm, weil schwallartig unkontrollierbar Wasser und Käseschmiere an mir herunterlief (zum Glück kein Blut! und auch nicht grünlich!). 

 Im RTW hatte ich dann auch meine erste schmerzhafte Wehe (der Sanitäter: „Seit wann haben Sie Wehen?“, „Weiß nicht. Mein Bauch ist nur hart…“ Innehalten. Dann: „Sehen Sie, das ist eine Wehe!“)

Im Klinikum wurde ich vaginal untersucht. Muttermund war bei 4 Zentimeter geöffnet. Ich durfte dann erstmal zur Entspannung in Mandelöl baden. Das war ganz gut. Dann musste ich für eine halbe Stunde im Liegen ans CTG. Das war sehr anstrengend, weil bei den Schmerzen wollte ich mich lieber bewegen. Es war eine Erlösung als ich auf den Pezzi-Ball durfte. Da konnte ich meine Hüften kreisen lassen bei einer Wehe. Und immer wieder wurde ich aufgefordert, tief in den Bauch zu atmen, mein Kind bräuchte Luft, anstatt nur oberflächlich wie man es automatisch tut. Und dann natürlich mit HiHiHi- und Auauau-Lauten, statt besseren tiefen Oohh-Lauten. 

Vom Pezzi-Ball schien nichts verführerischer als die Wand zu lehnen und auf dem Boden zu sitzen. Dort habe ich mich dann auf einer Matte hingesetzt. Ich war inzwischen müde und da konnte ich in einer Wehenpause meinen Kopf gegen fallen lassen, beziehungsweise in der Wehe meinen Körper zwischen Rücken und Knien anspannen. Tat gut. Das war morgens so um 6 Uhr. 

Irgendwann sollte ich aufstehen. Ich habe dann vor dem Gebärbett gekniet, in einer betenden Haltung. Um viertel vor 10 Uhr circa setzten Presswehen ein. Ich bin dann aufgestanden und habe mich an ein Tuchseil festgehalten. Für den Gebärhocker, auf den ich ursprünglich wollte, war es nun zu spät. Ich konnte mich nicht mehr bewegen. Die Presswehen fand ich sehr befreiend, ich habe alles loslassen können und mit der Wehe nach unten gepresst als müsste ich ein großes Geschäft erledigen. Es war und musste mir auch egal sein, was unten rauskam. 

Zwei Presswehen taten besonders weh: Die als das Köpfchen halb nach draußen kam und die als es ganz nach draußen kam. Mein Mann meinte, ich hätte Laute ausgestoßen, die er mir vorher nicht zugetraut hatte. Mit der nächsten Presswehe kam der Körper meines Kindes; ich schaute nach unten und sah ihn in einer Blut- und Käseschmierlache unter mir. Die Hebammen hatten ihn natürlich in einem Tuch aufgefangen. Was für ein Moment. Den Anblick werde ich nie vergessen. 

Nach dem die Nabelschnur durchgetrennt wurde, wurde er kurz sauber gemacht  und untersucht, alles in Ordnung. Dann hatte ich ihn im Handtuch eine Stunde nackt auf der Brust. Die Ärztin kam dann um meinen Dammriss zu nähen (die Betäubungsspritze hat nochmal so sau wehgetan!), währenddessen lag unser Sohn dann bei Xav auf der Brust. Die Ärztin war so freundlich ein Foto davon zu machen. 

Dann ging es hoch auf Station. Dort durfte ich endlich etwas essen (ich hatte bisher nur Wasser und einen halben Müsliriegel), aufstehen und in Begleitung meines Mannes duschen. 

Abends wurde mir gezeigt wie ich Klein H. wickele und stille. Dann habe ich ihn selbständig gepflegt, natürlich mit vielen Fragen an die Hebammen und Mütter auf Station. 

Meine Wochenbetthebamme meinte, ich hätte eine leichte Geburt gehabt. Leicht fand ich sie gar nicht. Ich hatte viele Schmerzen. Aber ich bin sehr glücklich mit dem Verlauf. Ich habe von Anfang an gesagt, ich möchte keine PDA und habe diese auch nicht bekommen. Sowohl habe ich mich überreden lassen, anfangs eine Schmerzinfusion (Par*cet*mol) zu nehmen. Die hat aber nicht wirklich geholfen. Ebenso hatte ich eine Vom*x-Infusion, weil mir zwischendurch übel war und ich mich auch übergeben musste. Aber ich brauchte keine PDA oder/und Kaiserschnitt, und das gefällt mir immer noch sehr gut. 

Eigentlich wollte ich euch den Namen meines Kleinen verraten. Aber mein Mann und ich sind hier anonym, also bleibt es auch mein Sohn. Nur soviel: Er trägt eine moderne Variante des Namens Heinrich. 😉

Jetzt sind wir seit Donnerstag zu Hause. Das Wickeln klappt ganz gut, nur das Stillen muss sich noch einstellen. Derzeit müssen wir zufüttern, damit der Kleine gut zu nimmt und die Brüste abpumpen, um die Milchproduktion zu unterstützen. Unsere Hebamme kommt jeden Tag und wiegt ihn und wir sind so glücklich, dass wir sie haben, weil sie hat eine Menge Tipps und Tricks auf Lager. Bitte, wenn ihr schwanger seid, lasst Euch von einer Wochenbetthebamme unterstützen! Es macht soviel einfacher. Auch weil unser Kleiner jetzt die ersten Koliken und damit Schreikrämpfe hatte. 

Bin ich glücklich? Ja. Klein H. liegt gerade neben mir und schläft. Na ja, eigentlich ist er beim Aufwachen, weil er weiß, dass er gleich gestillt wird. Außerdem ist er ein kleiner Charmeur. Er hat mit seinen großen braunen Augen die ganze Station verzaubert. Bedaure ich etwas? Ja, nicht früher schon die Hilfe der IVF in Anspruch genommen zu haben. Was wünsche ich mir? Dass er sich weiterhin gut entwickelt (und außerdem würde ich mich über ein Geschwisterchen auf natürlichem Weg freuen…). 

Dies ist somit auch das Ende des Blogs. Mein Kinderwunsch hat sich erfüllt. Es tat gut, hier vieles zu schreiben. Wahrscheinlich werde ich auch weiterhin für mich Tagebuch führen. Euch kann ich nur wünschen, dass es mit Euren Schwangerschaften bald klappt, dass alles gut wird, dass Ihr auch ohne Kinder Euer Leben lebenswert gestalten könnt. 

Tschüss!!!

Euer Schaf 😃🍀

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6 Gedanken zu “Klein H. ist da! 😃❤️🐥

  1. Ui, ich hab mich schon gefragt wann es wohl bei dir soweit ist. Meinen allerherzlichsten Glückwunsch zur Geburt von Klein H. Ich wünsche euch eine ganz tolle Zeit mit eurem kleinen Wunder und freue mich das für euch alles so positiv gelaufen ist ❤

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